
Azerion hält an Verkauf fest: Zukunft von Habbo weiter offen
Azerion hält am Verkauf seiner verbliebenen Premium-Games-Sparte fest. Der Preis wurde reduziert – damit bleibt auch die Zukunft von Sulake und Habbo weiter offen.
Die Zukunft von Habbo und Sulake innerhalb der Azerion Group bleibt weiterhin offen. In den heute veröffentlichten, ungeprüften Finanzergebnissen für das zweite Quartal und erste Halbjahr 2026 bestätigt Azerion erneut die Absicht, die noch verbliebenen Unternehmensteile des Geschäftsbereichs Premium Games zu verkaufen.
Bereits im vergangenen Jahr hatte Azerion einen großen Teil dieses Geschäftsbereichs abgestoßen. Whow Games wurde im Juli 2025 verkauft, während die übrigen Aktivitäten weiterhin zum Verkauf stehen. Zu diesen verbliebenen Aktivitäten zählt auch Sulake, das Unternehmen hinter Habbo.
Verkaufszeitraum wird verlängert
Eigentlich wurden die verbliebenen Premium-Games-Aktivitäten bereits zum 30. Juni 2025 als „held for sale“ – also als zum Verkauf gehalten – eingestuft.
Innerhalb des vorgesehenen Zeitraums von zwölf Monaten konnte jedoch keine Transaktion abgeschlossen werden. Azerion erklärt im aktuellen Finanzbericht, weiterhin vollständig am Verkauf festzuhalten und einen aktiven Neuvermarktungsprozess gestartet zu haben.
Daher macht das Unternehmen von einer Ausnahme nach IFRS 5 Gebrauch und verlängert die Einstufung der Vermögenswerte als „held for sale“ über die ursprünglichen zwölf Monate hinaus.
Preis für Premium Games reduziert
Interessant ist außerdem, dass Azerion seine Erwartungen offenbar deutlich angepasst hat. Um die aktuellen Marktbedingungen zu berücksichtigen und weitere potenzielle Käufer anzusprechen, wurde laut Finanzbericht der aktive Angebotspreis für die zum Verkauf stehenden Unternehmensteile reduziert.
Eine konkrete Summe nennt Azerion in dem entsprechenden Abschnitt nicht.
Die Neubewertung hatte allerdings finanzielle Folgen: Der aktuelle Buchwert lag über dem erzielbaren Betrag. Deshalb musste Azerion eine Wertminderung von insgesamt 3,6 Millionen Euro verbuchen.
Davon entfallen 1,5 Millionen Euro auf die vollständige Abschreibung des mit dem Geschäftsbereich verbundenen Goodwills. Weitere 2,1 Millionen Euro betreffen unter anderem immaterielle Vermögenswerte sowie Sachanlagen.
Premium Games mit 3,3 Millionen Euro Verlust
Auch die Geschäftszahlen des aufgegebenen Geschäftsbereichs fallen deutlich schwächer aus.
Im ersten Halbjahr 2026 erzielten die als „discontinued operations“ ausgewiesenen Aktivitäten einen Umsatz von 5,1 Millionen Euro. Im vergleichbaren Zeitraum 2025 waren es noch 24,1 Millionen Euro – wobei damals Whow Games noch einen wesentlichen Anteil des Geschäftsbereichs ausmachte.
Nach der Wertminderung ergibt sich für das erste Halbjahr 2026 ein operativer Verlust von 3,2 Millionen Euro. Der Verlust vor Steuern beziehungsweise das Ergebnis aus den aufgegebenen Geschäftsbereichen liegt bei 3,3 Millionen Euro.
Was bedeutet das für Habbo?
Für Habbo ändert sich zunächst einmal nichts unmittelbar. Aus dem Bericht geht weder hervor, dass bereits ein Käufer für Sulake gefunden wurde, noch dass ein Verkauf unmittelbar bevorsteht.
Allerdings bestätigt Azerion damit erneut deutlich seine Strategie, sich von den verbliebenen Premium-Games-Aktivitäten zu trennen. Nachdem innerhalb des ursprünglich vorgesehenen Zeitraums offenbar kein passender Abschluss erzielt werden konnte, versucht Azerion nun mit einer erneuten Vermarktung und einem niedrigeren Angebotspreis weitere Interessenten anzusprechen.
Damit bleibt weiterhin spannend, wem Habbo und Sulake künftig gehören könnten.
Quelle: Azerion Group N.V. Interim Unaudited Financial Results Q2 & H1 2026, veröffentlicht am 27. August 2026; Hinweis auf die Veröffentlichung via HabboTea (@HabboTea) auf X.